Histologiekurs S VIII 3 Departement Pathologie der Universität Zürich Histokurs

S VIII 3 Membranoproliferative Glomerulonephritis SFOG  
  membranoproliferative glomerulonephritis ICD-10: N03.5
 
 

 
Frau, 30 J., nephrotisches Syndrom. Urinbefund: Proteinurie von 5,4g/24h; Erythrozyten 4-5/HPF; Leukozyten 8-10/HPF (high power field)
 
- Im floriden Stadium massive Endothelschwellung bei Ablagerung von subendothelialen Depots, welche in der SFOG-Färbung violettrot bis rot erscheinen
- Danach diffuse, z.T. aber auch fokale Proliferation mesangialer Zellen
- Subendotheliale Basalmembranen-Neubildung führt zu Doppelkonturierung
- Gelegentlich deutlich lobulärer Bau
- Im weiteren Verlauf nehmen diese Depots an Grösse zu, das Glomerulum sklerosiert zunehmend, bis es am Ende azellulär und funktionslos wird. Die entsprechenden Tubuli atrophieren, und es tritt eine interstitielle Fibrose auf

Pathogenese:
Die membranoproliferative Form der Glomerulonephritis hat sehr verschiedene Ursachen. Die gemeinsame Endstrecke ("final common pathway") sind subendotheliale elektronendichte Ablagerungen (Elektronenmikroskopie) mit mesangialer Interposition der Mesangiumzellen in den subendothelialen Raum. Dabei tritt eine Neubildung der Basalmembran auf, welche lichtoptisch zu den Doppelkonturen führt.