Histologiekurs Departement Pathologie der Universität Zürich Histokurs
 
 
EINFÜHRUNG ZUR ICD-CODIERUNG
 
 
Webseite der WHO zur ICD-10
 
 
ICD-10

Die Abkürzung ICD steht für International Classification of Diseases, heute genauer als International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems beschrieben. Ursprünglich bezog sich der Anwendungsbereich der ICD auf die Klassifizierung der Todesursachen und wurde im Laufe der Zeit durch die Klassifizierung von Krankheiten und anderen Gesundheitsproblemen erweitert. In der Praxis ist die ICD-10 die international führende Standardklassifikation für Diagnosen geworden, die für sämtliche allgemeine epidemiologische Anwendungszwecke und für viele Management-Aufgaben im Gesundheitswesen eingesetzt wird. Die 10. Revision, die ICD-10, entstand 1990 und wurde ab 1994 in Mitgliedsstaaten der WHO eingeführt.
 
Die ICD-10 ist Teil der Familie der internationalen gesundheitsrelevanten Klassifikationen. Darin kommen zwei Hauptarten von Klassifikationen vor. Die der ersten Gruppe behandeln Angaben, die in Beziehung zu Diagnosen und zum Gesundheitsstatus stehen. Sie sind durch Zusammenfassung oder durch Erweiterung direkt aus dem Systematischen Verzeichnis der ICD abgeleitet. Diese Gruppe enthält außerdem Ergänzungsklassifikationen zum Systematischen Verzeichnis. Sie ermöglichen die Zuordnung von Diagnosen auf einer anderen Klassifikationsachse, z.B. die Morphologie von Tumoren.
Die zweite Gruppe der Klassifikationen behandelt Aspekte von Gesundheitsproblemen, die im Allgemeinen außerhalb der rein formalen Diagnosen derzeit bestehender Krankheitszustände liegen, ferner Klassifikationen, die für den Bereich der Gesundheitsbetreuung von Bedeutung sind. In diese Gruppe fallen die Klassifikationen für Schädigungen und Behinderungen, für medizinische und chirurgische Prozeduren und für Kontaktanlässe mit Einrichtungen der Gesundheitsbetreuung.
Zur Familie gehört auch, obwohl sie nicht von der ICD abgeleitet ist, die Internationale Nomenklatur der Krankheiten (IND, International Nomenclature of Diseases).
 
Die ICD-10 umfasst 21 Kapitel. Ein Code besteht aus vier Stellen: An erster Stelle steht ein Buchstabe, wobei (mit Ausnahmen) ein Buchstabe jeweils einem bestimmten Kapitel zugeordnet ist. Die Kapitel sind in gleichartige Gruppen von 3-stelligen Kategorien unterteilt. Die vierte Stelle beschreibt genauere Angaben über Einzelzustände oder Lokalisationen.
 
Spezielle Zeichen wie † / * werden für bestimmte Bezeichnungen, für die es eine Doppelklassifizierung gibt, als Kennzeichen für die "Ätiologieschlüsselnummer" bzw. die "Manifestationsschlüsselnummer" verwendet.
 
 

ICD-O

Die ICD-O-3 dient als Spezialausgabe der ICD-10 der Dokumentation bösartiger Neubildungen. Mit dem Lokalisationsschlüssel kann der Ort einer Neubildung, mit dem Histologieschlüssel ihr Zellbild und biologisches Verhalten codiert werden. Die ICD-O ist eine duale Klassifikation. Sie enthält einen Schlüssel für die Lokalisation und zum anderen einen Schlüssel für die Histologie einer Neubildung. Der Lokalisationscode beschreibt den Sitz der Neubildung und verwendet in der Regel dieselben drei- und vierstelligen Schlüsselnummern, die auch in der ICD-10 für die bösartigen Neubildungen benutzt werden. Der morphologische Code beschreibt den Zelltyp der Neubildung und ihr biologisches Verhalten. Er besteht aus fünfstelligen Codenummern des Nummernkreises M-8000/0 bis M-9989/3. Die ersten vier Stellen verweisen auf die histologische Bezeichnung. Die fünfte Stelle befindet sich hinter dem Schrägstrich. Sie steht für den so genannten "Behavior-Code". Dieser beschreibt, inwieweit der Tumor bös- oder gutartig ist oder ob es sich um ein Carcinoma in situ oder um eine Neubildung fraglicher Dignität handelt.

Die aktuellen Codes und Definiton finden sie auf http://www.pubcan.org/